Wandel der Politik: wie die Parteien erneuerbare Energien bewerten

Keine Kommentare
Wandel der Politik: wie die Parteien erneuerbare Energien bewerten

Spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima setzt sich die Erkenntnis, dass die Kernenergie nicht als Energieversorgung der Zukunft geeignet ist, auch bei denjenigen durch, die die bestehenden Atomkraftwerke noch möglichst lange betreiben wollten. Das Thema erneuerbare Energien spielt nun nicht mehr nur bei den Grünen eine wichtige Rolle.

Fukushima und die Energiewende

Gebannt schauten die Menschen in der ganzen Welt auf die Fernsehbilder vom Erdbeben in Japan. Was sie dort sahen, überstieg jede Vorstellungskraft. Jahrzehnte wurde das Bild von der sicheren Atomenergie propagiert und nun sah man hilflose Fachleute, die die sich abzeichnende Katastrophe nicht verhindern konnten. Gerade in Deutschland hatte es schon immer eine relativ starke Bewegung gegen die Atomenergie gegeben, weil sich die Erkenntnis durchsetzte, dass die Lagerung des radioaktiven Mülls ein unlösbares Problem ist. Aber selbst die Atomkraftgegner hatten sich so etwas nicht vorstellen können. Umfragen unter der Bevölkerung zeigten, dass sich plötzlich viel mehr Menschen um die Sicherheit der Atomkraftwerke Sorgen machten und sich viel mehr für erneuerbare Energien interessierten. Das machte sich sofort bei den Stromanbietern bemerkbar, die Nachfrage nach so genanntem “grünen Strom” stieg rapide an.

Wie reagieren die Politiker?

Kurz vor dem Unglück hatte die Schwarz-Gelbe Regierung die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen, nun wurde eilig eine Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen angeordnet und schon wenig später über einen beschleunigten Atomausstieg beraten. Plötzlich diskutierte man in allen Parteien über erneuerbare Energien. CDU/CSU und FDP vereinbarten, dass bis spätestens 2022 alle Atommeiler vom Netz genommen werden sollen. Kritiker warnen vor Engpässen in der Energieversorgung, weil erneuerbare Energien nicht in so kurzer Zeit den Anteil herkömmlicher Energiequellen ersetzen können. Nach den Plänen der SPD, die schon seit längerem für das Abschalten der Atomkraftwerke ist, soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2030 auf 50 % steigen, aber auch neue Kohlekraftwerke errichtet werden. Das lehnen die Grünen ab. Sie sehen den Bau von Windkraft- und Solaranlagen als Jobmotor und damit als wichtigen wirtschafts- und umweltpolitischen Faktor.

Foto: Andreas Haertle – Fotolia

Ähnliche Beiträge:

Einen Kommentar schreiben